Am Jahresende sollte jeder Arbeitnehmer in Deutschland von seinem Arbeitgeber eine Lohnsteuerbescheinigung erhalten. Dieses Dokument ermöglicht die Überprüfung des Jahreseinkommens sowie der gezahlten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Das Formular enthält zudem zahlreiche weitere Informationen, die für die Erstellung der jährlichen Einkommensteuererklärung in Deutschland relevant sind. Was genau ist die Lohnsteuerbescheinigung? Welche weiteren Angaben lassen sich darin finden? Wann wird die Lohnsteuerbescheinigung ausgestellt? Im heutigen Beitrag sind die wichtigsten Informationen zur deutschen Lohnsteuerbescheinigung zusammengefasst.
Deutsche Lohnsteuerbescheinigung – was ist das genau?
Die Lohnsteuerbescheinigung (LSB) ist ein offizielles Dokument, das vom Arbeitgeber ausgestellt wird und eine Zusammenfassung des Jahreseinkommens, der abgeführten Steuern sowie der Sozialversicherungsbeiträge enthält. Sie zählt zu den wichtigsten Unterlagen für die jährliche Steuererklärung und ist zur Abrechnung mit dem Finanzamt unerlässlich.
Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Bescheinigung einmal im Jahr auszustellen und dem Arbeitnehmer bereitzustellen. Dies betrifft ausschließlich Arbeitnehmer mit einem Arbeitsvertrag, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen.
Weitere wichtige Unterlagen beachten
Neben der Lohnsteuerbescheinigung werden zahlreiche weitere Dokumente für die vollständige Steuererklärung benötigt. Eine detaillierte Übersicht welche Unterlagen für die Steuererklärung erforderlich sind bietet der ausführliche Leitfaden. Darin wird ebenfalls erläutert, welche zusätzlichen Nachweise zur Erhöhung einer möglichen Steuerrückerstattung beitragen können.
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Wichtig: Die Lohnsteuerbescheinigung wird von jedem Arbeitgeber separat ausgestellt. Das bedeutet, Beschäftigte, die im Laufe des Jahres bei mehreren Arbeitgebern tätig waren, erhalten von jedem einzelnen Arbeitgeber eine eigene Bescheinigung.
Die Lohnsteuerbescheinigung kann nicht mit einer gewöhnlichen Bescheinigung des Arbeitgebers gleichgesetzt werden. Sie bildet die Grundlage, um den tatsächlich in Deutschland einbehaltenen Steuer- und Sozialversicherungsbetrag nachvollziehen zu können. Empfehlenswert ist grundsätzlich die unmittelbare Überprüfung der Angaben nach Erhalt des Dokuments – besonders im Fall eines Arbeitgeberwechsels innerhalb des Jahres, da dann Bescheinigungen von allen Arbeitgebern erforderlich sind.
Lohnsteuerbescheinigung in Deutschland – bis wann muss sie ausgestellt werden?
Es gilt, dass ohne Lohnsteuerbescheinigung eine Steuererklärung beim deutschen Finanzamt nicht möglich ist und damit auch keine Steuererstattung aus Deutschland erwartet werden kann. Im Folgenden werden die weiteren wichtigen Aspekte, insbesondere der Ausstellungszeitpunkt der Lohnsteuerbescheinigung und die geltenden Fristen, erläutert.
Arbeitgeber müssen die gesetzlichen Fristen einhalten und haben bis spätestens Ende Februar des Folgejahres Zeit, um die Lohnsteuerbescheinigung auszustellen. Es kann jedoch vorkommen, dass die Bescheinigung erst zu Beginn des März ausgehändigt wird, etwa wenn das Fristende auf einen Sonntag oder einen Feiertag fällt.
Ein Beispiel hierfür ist das Jahr 2021, in dem der 28. Februar auf einen Sonntag fiel, weshalb sich die elektronische Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung auf den nächsten Werktag, also den 1. März, verschob.
Elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2026 – wann wird diese bereitgestellt?
Wann ist mit der Papierfassung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung für das Jahr 2025 zu rechnen? In diesem Fall ergeben sich keine Änderungen aufgrund gesetzlicher Feiertage, sodass die Lohnsteuerbescheinigung spätestens bis zum 28. Februar vorliegen sollte. Mitunter wird sie bereits früher, gelegentlich noch vor Jahresende (meist im Dezember), ausgestellt.
Lohnsteuerbescheinigung in Deutschland – Erläuterung der Feldnummerierung im Dokument
Nun zum Kern des Beitrags, also zu den Inhalten der Lohnsteuerbescheinigung. Der Nachweis gibt Aufschluss darüber, wie hoch das Vorjahreseinkommen war und wie viel Lohnsteuer tatsächlich abgeführt wurde. Allerdings bietet sie deutlich mehr als lediglich eine jährliche Bescheinigung.
Das Dokument enthält weit mehr als nur eine Zusammenfassung der Einkünfte – es liefert unter anderem Informationen zu Sozialversicherungsbeiträgen, Steuerklasse oder Religionszugehörigkeit. Nachfolgend werden die wichtigsten Bestandteile der Lohnsteuerbescheinigung erläutert, anhand derer die tatsächliche steuerliche Situation des Arbeitnehmers bestimmt wird.
- Spalte 1: Bescheinigungszeitraum/Beschäftigungsdauer – hierbei handelt es sich um Angaben zur Beschäftigung in Deutschland. Zu beachten ist, dass die Anzahl der Arbeitstage unter anderem zur Feststellung der Steuerpflicht (steuerliche Regeln für Ansässige oder Nichtansässige) relevant ist.
- Spalte 3: Bruttoarbeitslohn – hier wird das gesamte steuerpflichtige Einkommen für dieses Jahr ausgewiesen. Dazu zählen Lohn, Prämien und weitere geldwerte Vorteile. Wichtig: Das deutsche Steuersystem unterscheidet drei Steuerarten: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Angaben zu den abgeführten Steuern finden sich in den Spalten 4, 5 und 6 der Lohnsteuerbescheinigung.
- Spalte 4: Einbehaltene Lohnsteuer – gezahlte Steuervorauszahlung auf die Einkommensteuer.
- Spalte 5: Solidaritätszuschlag – gezahlter Solidaritätszuschlag.
- Spalte 6: Kirchensteuer – geleistete Vorauszahlung auf die Kirchensteuer. Liegt keine Angabe zur Religionszugehörigkeit vor, wird diese Steuer nicht erhoben; in diesem Fall bleibt das Feld 6 leer.
- Spalte 16: Vom Doppelbesteuerungsabkommen steuerfrei gestellter Arbeitslohn – Einkünfte aus einer Tätigkeit, die auf Grundlage eines Doppelbesteuerungsabkommens steuerfrei gestellt sind. Dies betrifft zum Beispiel Arbeitnehmer, die von einem deutschen Arbeitgeber für eine Tätigkeit ins Ausland, etwa nach Polen, entsandt werden. In solchen Fällen sind sowohl die deutschen als auch die ausländischen Einkünfte nachzuweisen, die im jeweiligen Jahr erzielt wurden.
- Spalte 17: Steuerfreibetrag für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte – dieses Feld enthält Angaben zu Steuervergünstigungen bei Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsstätte.
- Spalte 20: Steuerfreibetrag für Auswärtstätigkeiten (Verpflegungsmehraufwand) – dieser Punkt betrifft Personen, die im Rahmen ihrer Beschäftigung an Inlandsdienstreisen (innerhalb Deutschlands) teilgenommen haben. Hier werden Angaben zum Pauschalsteuerbetrag gemacht, der sich wesentlich auf die mögliche Steuererstattung auswirken kann.
- Spalte 21: Dieser Steuerfreibetrag gilt für Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen einen Zweitwohnsitz führen, da ihr Arbeitsplatz an einem anderen Ort liegt. Dies kann sowohl auf In- als auch auf Auslandsfälle zutreffen, etwa wenn sich der Hauptwohnsitz in Polen und die Arbeitsstätte in Deutschland befindet. Voraussetzung ist, dass der Lebensmittelpunkt weiterhin am Hauptwohnsitz liegt und die doppelte Haushaltsführung beruflich bedingt ist. Bestimmte Berufsbranchen können weitere spezifische Abzüge innerhalb der Lohnsteuerbescheinigung aufweisen. Besonders im Bauwesen, Dachdeckerhandwerk, Gerüstbau sowie Garten- und Landschaftsbau ist der Beitrag zur Winterbeschäftigung relevant. Dieser wird vom Bruttolohn einbehalten und sollte in der Steuererklärung als Werbungskosten angegeben werden.
- Spalten 22a. und 23a: Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile an der gesetzlichen Rentenversicherung – beide Felder enthalten die Rentenversicherungsbeiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese Beiträge können in der jährlichen Steuererklärung geltend gemacht werden.
- Spalten 25. und 26: Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung und zur sozialen Pflegeversicherung – dieses Feld enthält Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Aufwendungen wirken sich ebenfalls auf die Steuerberechnung und die mögliche Steuererstattung aus.
- Spalte 28: Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegepflichtversicherung oder zum Mindestpauschalbetrag für die Versicherung – Beiträge zur privaten Krankenversicherung und zur Pflegepflichtversicherung.
Elektronische Lohnsteuerbescheinigung in Deutschland – weitere enthaltene Angaben
Wie bereits erwähnt, ist das Einkommensteuerbescheinigung kein einfaches Dokument. Neben den oben beschriebenen Angaben enthält dieses Dokument auch grundlegende Daten wie:
- Geburtsdatum,
- Steuerklasse,
- Steueridentifikationsnummer,
- Adresse und Telefonnummer des Arbeitgebers,
- Gewährte Familienzulagen.
Wie werden Daten aus der Lohnsteuerbescheinigung in ELSTER eingetragen?
Für die korrekte Eingabe der Daten in das ELSTER-System ist zunächst die Anmeldung über das ELSTER-Zertifikat erforderlich. Anschließend sind im Formular Anlage N die Angaben aus der deutschen Lohnsteuerbescheinigung zu übernehmen – insbesondere die Spalten 1–28, die u. a. das Bruttoeinkommen, einbehaltene Steuerbeträge sowie Beiträge zu den Sozialversicherungen umfassen.
Im nächsten Schritt sollten die geltend gemachten Abzugsbeträge, wie der Pendlerpauschale (Entfernungspauschale) oder mit der Berufsausübung verbundene Kosten (Werbungskosten), berücksichtigt werden. Abschließend empfiehlt sich eine sorgfältige Überprüfung aller Angaben – insbesondere der Summe der Lohnsteuer, da diese in entscheidendem Maße den maximal möglichen Steuererstattungsbetrag bestimmt (gegebenenfalls abzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag).
Was ist zu tun, wenn keine Einkommensteuerbescheinigung vorliegt oder das Dokument Fehler enthält?
Es gibt Fälle, in denen Arbeitgeber ihrer Verpflichtung nicht nachkommen und keine Lohnsteuerbescheinigung ausstellen. Welche Maßnahmen sind in einem solchen Fall angezeigt? Liegt die Lohnsteuerbescheinigung nicht vor oder wurde sie verloren, ist zunächst der Arbeitgeber oder die Personalabteilung des Unternehmens zu kontaktieren, bei dem die Beschäftigung bestand. Zu beachten ist ferner, dass Daten aus der Lohnsteuerbescheinigung auch elektronisch vom Arbeitgeber direkt an das Finanzamt (über das ELStAM-System) übermittelt werden, sodass dem Finanzamt diese Daten unabhängig davon vorliegen, ob ein Papierdokument vorhanden ist.
Dies gilt ebenso bei fehlerhaften Angaben. In diesem Fall ist der Arbeitgeber telefonisch zu informieren und die Fehler auf der Lohnsteuerkarte zu notieren. Diese sind dem Finanzamt zu melden.
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FAQ
Was ist die Lohnsteuerbescheinigung?
Die Lohnsteuerbescheinigung ist ein vom Arbeitgeber ausgestelltes deutsches Einkommensteuerformular. Das Dokument weist aus, wie viel der Arbeitnehmer im jeweiligen Jahr verdient hat und welcher Betrag an Steuern und Sozialabgaben vom Arbeitsentgelt einbehalten wurde.
Wofür wird die Lohnsteuerbescheinigung benötigt?
Die Lohnsteuerbescheinigung ist vor allem für die jährliche Steuererklärung in Deutschland erforderlich. Sie liefert die Angaben zu Bruttoeinkommen, einbehaltener Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und die für die Steuererstattung notwendigen Daten.
Wann stellt der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung aus?
Die Daten sind vom Arbeitgeber spätestens bis Ende Februar des Folgejahres an das Finanzamt zu übermitteln. Der Arbeitnehmer erhält in der Regel den Ausdruck oder eine elektronische Version des Dokuments zu Jahresbeginn, meist im Januar, Februar oder Anfang März.
Stellt jeder Arbeitgeber eine separate Lohnsteuerbescheinigung aus?
Jeder Arbeitgeber stellt eine separate Bescheinigung für den jeweiligen Beschäftigungszeitraum im Unternehmen aus. Bei mehrfachem Arbeitgeberwechsel im selben Jahr können für die Steuererklärung alle erhaltenen Lohnsteuerbescheinigungen erforderlich sein.
Welche Angaben enthält die Lohnsteuerbescheinigung?
Das Dokument enthält u. a. den Beschäftigungszeitraum, das Bruttoarbeitsentgelt, die einbehaltene Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag sowie die Sozialversicherungsbeiträge. Zusätzlich finden sich Steuer-ID, Steuerklasse, Arbeitgeberdaten sowie Angaben zu einzelnen Steuervergünstigungen oder Leistungen.
Wo befindet sich das Bruttoeinkommen in der Lohnsteuerbescheinigung?
Das Bruttoeinkommen ist meist im Feld bzw. in Spalte 3 des Dokuments aufgeführt. Es stellt einen der wichtigsten Beträge dar, da es das in Deutschland steuerpflichtige Jahreseinkommen ausweist.
Wo ist ersichtlich, wie viel Steuer vom Gehalt in Deutschland einbehalten wurde?
Die Höhe der einbehaltenen Lohnsteuer ist im entsprechenden Feld der Lohnsteuerbescheinigung, häufig in Spalte 4, aufgeführt. Daneben können Angaben zu Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer stehen, falls diese einbehalten wurden.
Was ist zu tun, wenn keine Lohnsteuerbescheinigung erhalten wurde?
Zunächst ist der Arbeitgeber oder die Personalabteilung zu kontaktieren und um Ausstellung des Dokuments oder eines Duplikats zu ersuchen. Die Daten werden auch elektronisch an das Finanzamt übermittelt, doch eine Papierkopie erleichtert die eigenständige Prüfung und Vorbereitung der Steuererklärung.
Was ist zu tun, wenn die Lohnsteuerbescheinigung Fehler enthält?
Fehler sind dem Arbeitgeber zu melden, da dieser für die Ausstellung und Korrektur der Bescheinigung verantwortlich ist. Eine Korrektur kann beispielsweise den Beschäftigungszeitraum, die Steuerklasse, das Bruttoeinkommen, die einbehaltene Steuer oder die Sozialabgaben betreffen.
Ist eine Steuererklärung für Deutschland ohne Lohnsteuerbescheinigung möglich?
Das Dokument ist in der Praxis von großer Bedeutung, da es die wesentlichen für die Steuererklärung erforderlichen Angaben enthält. Liegt es nicht vor, sollte zunächst der Arbeitgeber um eine Kopie gebeten werden, um Fehler in der Steuererklärung zu vermeiden.

Maciej Wawrzyniak
Privat liebt Maciej sportliche Herausforderungen, spielt Gitarre und schwimmt gerne im See. Außerdem ist er stolzer Vater von drei Söhnen.















